Reiseunternehmen hat Anspruch auf Vergütung

Widerrufsrecht-bei-Pauschalreisen

Kein Widerrufsrecht bei Pauschalreisen

Ein Recht Widerrufs-Recht gibt es beim Buchen von Pauschalreisen über das Internet nicht. Reisende können die Buchung einer Pauschalreise nicht einfach widerrufen. Auch wenn sie den Rücktritt von der Reise entgegen dem Veranstalter als „Widerruf” bezeichnen, müssen sie die gesamten Stornokosten bezahlen. Das entschied das Amtsgericht Idstein (Az.: 31 C 201/13 (23)).

In dem auseinandergesetzten Fall hatte der Beklagte via Internet eine Pauschalreise nach Zypern für zwei Menschen gebucht – ohne die obligatorische Reiserücktrittsversicherung. Wenige Tage später teilte er dem Unternehmen mit, er widerrufe die Reise ganz einfach. Das Unternehmen kündigte den Reisevertrag und stellte Stornokosten in Höhe von 90 Prozent des Reisepreises in Rechnung, weil der Reiseantritt. Der Beklagte weigerte sich zu zahlen und verwies darauf, den Vertrag widerrufen zu haben.

Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Grundsätzlich sei ein Reisevertrag von den Vorschriften über Fernabsatzgeschäfte ausgeschlossen, so das Gericht. Ein Recht auf Widerruf gebe es deshalb nicht. Das liegt daran, dass die Leistungen einer Tour – etwa Beförderung und Unterbringung – vom Unternehmen zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt zu erbringen sind. Darüber hinaus handele es sich bei der Erklärung des Beklagten um einen Rücktritt von der Reise, auch wenn das Wort „Rücktritt” nicht benutzt werde. Aus der E-Mail des Beklagten sei deutlich hervorgegangen, dass dieser den Reisevertrag mittels Widerruf für ungültig erklären wollte.

Obwohl er die Reise überhaupt nicht angetreten hat musste er 90% des Preises bezahlen. Hinzu kamen die Gerichts und Anwaltskosten; am Ende war es teuerer als der vereinbarte Preis.

Wer mehr darüber lesen will, wie sich die Reiseanbieter vom Widerrufsrecht verabschiedet haben, der kann das Buch lesen: “ Der sinnlose Widerruf “, erschienen beim Werner Blei Verlag, zu kaufen für aktuell 19 Euro.

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